Jugendhilfe Bottrop e.V.
 

Funktionen

 

Funktionen des Drogengebrauchs

Der Gebrauch von Drogen ist stets im Zusammenhang mit unserem Lebensalltag zu verstehen. Der Drogenkonsum kann dabei die Bewältigung des Alltags unterstützen, er kann aber auch über den Alltag hinaus weisen (Transzendenz). Drogengebrauch erfüllt also eine bestimmte Funktion für das gemeinschaftliche Leben. Dies auch, wenn gesundheitliche oder soziale Risiken damit verbunden sind.


Jugend und Drogen

Diese Funktionen des Drogengebrauchs spielen im Jugendalter eine besondere  Rolle. Der Gebrauch von Drogen kann für Jugendliche die Funktion haben, sich den Entwicklungsaufgaben und Herausforderungen zu stellen und alltägliche Belastungen und Zwänge auszugleichen.

Wie auch bei den anderen Entwicklungsaufgaben ist die Perspektive, einen integrierten, d.h. mit den Alltagserfordernissen (Arbeit, Beziehungen usw.) abgestimmten Drogengebrauch zu erlernen.


Es lassen sich fünf Funktionen von Drogengebrauch bei Jugendlichen herausstellen:

"Dazugehörenwollen"

Die angestrebte Bezugsgruppe/Clique nimmt für den Jugendlichen einen wichtigen Stellenwert ein. Dazu gehört das "Dazugehörenwollen" und damit verbunden die Anerkennung dieser Gruppe.

"Erwachsenseinwollen"

Der Drogengebrauch bei Jugendlichen kann als ein symbolischer, demonstrativer Vorgriff auf das Erwachsensein gesehen werden, da Drogenkonsum als "erwachsenes" Verhalten betrachtet wird.

"Etwas üben wollen"

Die  Entwicklung im Jugendalter ist mit subjektiven Stresssituationen (z.B. familiäre oder schulische Konflikte) verbunden. Drogengebrauch übernimmt zum Teil die Funktion, diese Situationen stellvertretend zu bewältigen, um mit Ängsten oder Frustration umzugehen.

"Etwas ausgleichen wollen"

Bei auftretenden Entwicklungskrisen, sozialem Abstieg oder Ausgrenzung wird Drogenkonsum zum Teil als Ausgleichshandeln, Betäubung oder Kompensation eingesetzt.

"Etwas erleben wollen"

Drogengebrauch als riskantes Verhalten bietet die Möglichkeit, sich in  kleine Abenteuer zu flüchten, um aus den alltäglichen Zwängen, Bezügen und Verpflichtungen herauszutreten (Grenzerfahrungen - "walk on the wild side").